tief in mir
Das für mich wohl bedeutendste Werk, hat nach einer zweimonatigen Unterbrechung seine Fertigstellung erfahren. Die Bedeutung, die ich diesem Bild beimesse, ist damit zu begründen, dass ich hierbei das erste Mal versucht habe mein stärkstes Gefühl visuell darzustellen. Der Anlass zu diesem Motiv ist nicht fiktiv, sondern mehr als realitätsbezogen. Die Umsetzung dieses Gefühls mit meinen surrealistischen Bildmitteln, lässt dieses Bild in eine Richtung einordnen, die ich als „expressiven Surrealismus“ bezeichnen möchte. Er ist mit Sicherheit der expressivste seiner Art, was auf die Einmaligkeit der Gefühlsstärke zurückzuführen ist, die diesem Bild zugrunde liegt. Eine Steigerung werde ich wohl nie erfahren, allenfalls eine Gleichstellung. Um die Auseinandersetzung mit dem Gefühlskonflikt zu unterstützen, habe ich erstmals die Schrift zum Sujet erhoben, die ein von mir gefühltes, gedachtes Gedicht wiedergibt, welches das ganze innere Erlebnis komplettieren und kulminieren lassen soll. Ich habe ganz bewusst, wie auch in den vom Unterbewusstsein gesteuerten Bildmotiven, eine Reduktion der Umgebung, des Hintergrunds vorgenommen, um das Zusammenspiel der bildimmanenten, bedeutungsvollen Darstellungen zu intensivieren. Die Simplifizierung der Darstellungsweise dient als Mittel zum Zweck, dass heißt, die teilweise naive malerische Umsetzung hat die Aufgabe, die Gegenstände sich nicht über den Inhalt erheben zu lassen. Dass es sich hierbei um eine Selbstdarstellung handelt, habe ich versucht dadurch zu unterstützen, dass ich die Bildsignierung vor den Augen des Betrachters vornehmen lasse.
Theater der Nacht
Der Titel, der mir ‘86 unmittelbar nach der skizzenhaften Umsetzung meines Grundgedankens gekommen ist, scheint auf den ersten Blick paradox. Wieso Nacht und nicht Tag?
Antwort: Weil mir das Motiv bei Tage in der Nacht gekommen ist?!? Das muss es wohl sein.
Obwohl ich keine Träume als Bildmotive zulasse, jedenfalls nicht bewusst, ist es nicht auszuschließen, dass sich das ein oder andere „nächtliche Erlebnis“ in meinem Unterbewusstsein festgesetzt hat und irgendwann aus dem Verborgenen den Sprung wagt.
Das Mysterium der Zeit
Der verzweifelte Versuch einer Metamorphose, Mensch/Kerze, auf einen doch relativ vorgeschriebenen Weg, ein Ziel zu erreichen. Aber was ist das Ziel, vielleicht der Wunsch der Selbstverwirklichung eines Jeden? Die Kerze, Symbol der Zeit (Vergänglichkeit), sich von ihrer Quelle, Ursprung (Geburt) entfernend und sich auf den Betrachter hin bewegend. Diese Bewegung (Flucht aus der Zweidimensionalität = Einschränkung) auf den Betrachter zieht diesen unweigerlich ins Bildgeschehen ein und lässt ihn sich mit dem Geschehen identifizieren.
durchbrochene Monotonie
Widerspruch der Logik
Ein knieender, blinder Mann ist dem Betrachter zugewandt. Sein Kopf ist um 180 Grad gedreht, um sich den geometrischen Formen, den Würfeln zuzuwenden. Warum diese Anstrengung, wenn der Mann blind ist?
Die Logik besteht darin, dass man alles versuchen würde, die Objekte näher zu betrachten, von denen ein optischer Reiz ausgeht. Dem widerspricht die körperliche Beeinträchtigung, das Blindsein.
Vielleicht ist es aber auch die Stärke der Vorstellungskraft, die diese unnatürliche Kopfdrehung auslöst, um zu zeigen, dass es einen natürlichen Antrieb gibt, der Grenzen überschreitet. Die das Unmögliche möglich zu machen scheint.
paradiesische Aussichten
Der Apfel symbolisiert hier nicht die Verführung, die zur Vertreibung aus dem Paradies führte, sondern die Flucht aus der Isolation.
Die Mauer, die hier als Symbol für Abgrenzung steht, kann nur überwunden werden, indem man über sie schwebt.
Der ausgeprägte Wunsch nach Veränderung, dem Ausbruch aus der eingeschränkten Wirklichkeit, wird durch das herausgerissene Bodenstück untermauert, welches durch den durchscheinenden Himmel einen Blick in eine parallele, Hoffnung versprechende Wirklichkeit ermöglicht.
Man lässt seinen Gedanken freien Lauf, besser freien Flug, indem man sich in die Welt der Phantasie flüchtet, um Grenzen zu überwinden.
